Rumänien – ein Erlebnis anderer Art

Nachdem wir schon beizeiten aufgestanden waren, landeten wir am frühen Nachmittag in Timisoara und hatten somit bei wunderschönem Wetter  noch Zeit für eine Stadtbesichtigung der liebevoll restaurierten Altstadt.

 


Viele von uns hatten eine bestimmte Vorstellung von Rumänien, welche die meisten von uns jedoch im Laufe unserer Reise geändert haben.

 

Ein Bild, das so gar nicht in unsere Vorstellungen passte und auch sicherlich nicht dem rumänischen Standard entspricht, ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb in Lenauheim, nordwestlich von Timisoara. Maschinen nur vom Feinsten und Größten mit modernsten Gerätschaften.

 

Ein für uns wichtiger Höhepunkt war das Treffen mit Einheimischen des von M.U.T. gegründeten und betreuten Kinderheims in Bulgarus. Dort erwartete uns ein herzlicher Empfang, die Kinder kamen uns auch sogleich entgegen.

 

Der dritte Tag brachte uns zu einem einfacheren Bauernhof, auf dem wir von Regina und ihrem Mann herzlich begrüßt und bewirtet wurden. Stolz zeigte mir Regina auch ihre selbst gemalten Ikonen, die sie mit anderen Handarbeiten auf dem Hof verkaufen.

 


Der anschließende Besuch im Glasikonenmuseum  brachte so manchen zum Staunen. Hinterglasmalerei ist sicherlich gar nicht  so einfach, da man sich genau überlegen muss, in welcher Reihenfolge man was malt.

 

Dann ging es zur nächsten sozialen Einrichtung. Die Kinder der Musikschule Casa Sonja, die im Rahmen des Projekts elijah von Frau Ruth Zenker und Pater Georg Sporschill gegründet wurde, boten uns einen ganz besonderen Auftritt. Es wurde gesungen, musiziert und getanzt. Auch wir blieben dabei nicht auf unseren Stühlen sitzen.

Und es berührte unsere Herzen zu sehen, wie man den Ärmsten der Armen und ihren Familien hilft, damit sie eine Chance auf eine bessere Zukunft haben.

 


Am vierten Tag erkundeten wir Sibiu, auf Deutsch Herrmannstadt, das 2007 zur Kulturhauptstadt ernannt wurde. Wir begannen den Tag mit einem exklusiven Orgelkonzert in der Pfarrkirche. Andrej, unser Reiseleiter, führte uns durch die Stadt und ließ uns dann noch genügend Zeit, um auf eigene Entdeckungstour zu gehen.

 


Am nächsten Tag war wieder Kofferpacken angesagt. Es ging weiter in Richtung Brasov. Der erste Stopp war Sighisoara, auf Deutsch Schäßburg, die einzig noch bewohnte mittelalterliche Burganlage in Europa und Geburtsort von Vlad III. Drăculea, bei uns als Graf Dracula bekannt.

 



Das Gemeindehaus einer kleinen Kirche in Crit lud uns zu Kaffee und Kuchen ein. Nachdem viele Siebenbürgen Rumänen verlassen haben, wird die Kirche nur noch zu besonderen Anlässen benutzt. Bei der Kirche handelt es sich um eine sogenannte Kirchenburg mit einer entsprechenden Schutzmauer. Das Gemeindehaus ist mit einem wunderschönen Gewölbekeller ausgestattet und eignet sich hervorragend zum Feiern und für eine größere Anzahl von Besuchern.


Ein weiteres Highlight unserer Reise war das Schloss Peles in der Nähe von Sinaia, das Mitte des 19. Jahrhunderts einst für König Karl I. von Rumänien gebaut wurde. Das Bauwerk lässt an Hohenzollern erinnern, der Heimat des Königs. Es verfügte schon sehr früh über eine zentrale Staubsaugeranlage und hatte von Anfang an fließendes warmes Wasser und einen Telefonanschluss.

 

 

Hier eines der zahlreichen Wandgemälde von Gustav Klimt:


Wir hatten bisher PKW, Bus und Flugzeug als Transportmittel. Jetzt war die Fähre über die Donau an der Reihe.

 

 

Hier gab es Zeit zum Essen, Trinken, Genießen und für gute Gespräche. Weißweine und Vorspeisenteller gab es drinnen. Nachdem das Wetter sich etwas besserte, wurde anschließend im Freien gegrillt und der restliche Wein probiert. Es war auf jeden Fall für jeden etwas dabei.


In Tulcea angekommen, erwartete uns zunächst ein wunderschöner Sonnenuntergang im Donaudelta. Direkt hinter dem Hotel lag auch schon die Anlegestelle für unseren Schiffsausflug am nächsten Morgen. Während unserer Fahrt genossen wir die bezaubernde Natur mit einer Vielfalt an Vögeln, die man bei uns vergeblich sucht. Viele versuchten einen der seltenen Vögel vor die Linse zu bekommen. Aber kaum hatte man ihn im Visier, da war er auch schon wieder weg.


Mit dem Bus ging es dann weiter nach Bukarest, unserer letzten Station. Noch eine Nacht und eine Stadtbesichtigtung am nächsten Tag - die Reise näherte sich ihrem Ende. Bei einer Rundfahrt machten wir Stopps beim Parlament und dem Amtssitz des rumänisch-orthodoxen Patriarchen, um dann noch zu Fuß die Stadt zu erkunden und uns noch etwas für den Heimweg zu stärken. Und schon war es Zeit für unseren Rückflug nach München.


Ein herzliches Dankeschön für diese beeindruckende Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text und Bild: Margit Mares